Weltweiter Überblick über Bitcoin-gesicherte Kredite – und was CeFi, DeFi und CeDeFi bedeuten
Bitcoin-gesicherte Kredite werden zunehmend zu einem wichtigen Instrument in der globalen Kryptofinanzierung. Anstatt ihre Bitcoin-Bestände zu verkaufen, nutzen viele Anleger diese als Sicherheit, um Fiat-Währungen oder Stablecoins zu leihen – und behalten gleichzeitig ihre BTC-Position.
Basierend auf den Daten und Vergleichen von Zone21 – einer Plattform zur Bewertung und Übersicht von Bitcoin-gestützten Kreditangeboten – gibt es weltweit Dutzende Anbieter mit unterschiedlichen Risikoprofilen, Zinssätzen und Strukturen. Hier ein aktueller Überblick.
1. CeFi (Centralized Finance) – Klassisch zentralisierte Anbieter
Bei CeFi-Dienstleistern erfolgt die Kreditvergabe über zentral organisierte Unternehmen, die deine Bitcoin verwahren und die Rückzahlungsbedingungen festlegen. Die Kreditvergabe funktioniert ähnlich wie bei Banken, jedoch mit Bitcoin als Sicherheit.
Beispiele und Merkmale:
Ledn – Zinssätze um 11,9 %, feste Laufzeiten, Verwahrung über BitGo, LTV etwa 50 %
Arch Lending – Zinssätze um 12,5 %, Auszahlung in USD oder USDC
Strike – Kreditlaufzeiten von bis zu 12 Monaten, Zinssätze von ca. 10,5 bis 14 %
Nexo, Salt Lending, CoinRabbit – Höhere LTVs, teilweise hohe Zinssätze und Weiterverwendung (Rehypothecation) des hinterlegten BTC
CeFi gilt als benutzerfreundlich, etabliert und leicht zugänglich – allerdings ist Vertrauen in die zentrale Plattform notwendig, insbesondere bei Verwahrung und Abwicklung.
2. DeFi (Decentralized Finance) – Dezentrale Kreditprotokolle
DeFi-Kredite laufen über Smart Contracts auf Blockchains wie Ethereum und benötigen keine zentrale Institution. Die Nutzer behalten die volle Kontrolle, die Prozesse sind öffentlich und programmierbar.
Beispiele und Merkmale:
Unchained, Debifi – Niedriges Risikoprofil, feste Zinssätze, oft multisignaturbasierte Verwahrung
HodlHodl, Lava, Firefish – Dezentrale Peer-to-Peer-Modelle mit variablen Zinssätzen
DeFi bietet maximale Transparenz und Autonomie, erfordert aber technisches Verständnis im Umgang mit Wallets, Smart Contracts und Netzwerksicherheit.
3. CeDeFi – Hybride Finanzmodelle
CeDeFi verbindet zentrale Infrastruktur mit dezentraler Funktionalität. Oft werden Sicherheiten zentral verwahrt, während die Kreditlogik auf dezentraler Technologie basiert.
Beispiele und Merkmale:
Aave – DeFi-Protokoll mit tokenisierter Bitcoin-Unterlegung (z. B. wBTC)
Coinbase Loans – Kombination aus zentraler Börse und dezentralem Kreditprotokoll
Libre, Binance u. a. – Verwahren echte BTC zentral, bieten aber flexible dezentrale Kreditbedingungen
CeDeFi zielt darauf ab, die Vorteile beider Systeme zu vereinen: vertrauenswürdige Infrastruktur und moderne, Blockchain-basierte Funktionen.
Unterschiede und Risiken der Modelle
CeFi
Zentral gesteuert, Verwahrung über Drittanbieter
Einfach in der Nutzung, jedoch Gegenparteirisiko bei Insolvenz oder Missmanagement
DeFi
Komplett dezentral, Nutzer verwalten alles selbst
Höhere Transparenz und Kontrolle, aber höhere technische Hürden und Risiken in Smart Contracts
CeDeFi
Mischform mit kombinierter Architektur
Potenziell flexibel, aber komplexere Risikostrukturen
In allen Fällen bleibt die Volatilität von Bitcoin ein kritischer Risikofaktor. Sinkt der BTC-Kurs, kann es zu Margin Calls oder automatischen Liquidationen kommen.
Fazit: Die richtige Kreditform hängt von deinen Zielen ab
Das Angebot an Bitcoin-gesicherten Krediten ist heute vielfältig wie nie zuvor – von klassischen CeFi-Produkten bis zu reinen DeFi-Protokollen. Welche Variante passt, hängt davon ab, wie viel Kontrolle du willst, welches Risiko du akzeptierst und ob du eine einfache Lösung oder maximale Unabhängigkeit bevorzugst.
Wer Bitcoin behalten und trotzdem liquide bleiben möchte, findet heute passende Optionen. Die richtige Wahl beginnt mit der Frage: Willst du Vertrauen in ein Unternehmen setzen – oder lieber nur in Code?
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